Eigenleistung Pro und Contra

Pro

Hauskauf ohne Eigenkapital

Eigenleistung statt Eigenkapital

Eine besondere Betrachtung verdient die Eigenleistung des Bauherren, durch die sich die Gestehungskosten je nach handwerklichem Talent des künftigen Eigentümers mehr oder weniger stark reduzieren lassen. Die Eigenleistung wird von der finanzierenden Bank wie ein Einsatz von Eigenkapital gewertet, da sie den gleichen Effekt auslöst: Der Beleihungsauslauf wird reduziert.

 

Doch ähnlich kritisch wie die Fähigkeit, mit Aufnahme einer Immobilienfinanzierung Monat für Monate deutlich höhere Beträge für das Immobiliendarlehen aufwenden zu können, als bisher für die Miete und eine eventuelle Sparrate erübrigt werden konnten, muss jeder Bauherr das Ausmaß der tatsächlich möglichen Eigenleistungen hinterfragen. Auch für weniger begabte Handwerker bieten sich immer die Malerarbeiten an, aber auch die Verlegung der Fußböden, der Dachausbau und die Anlage der Terrasse gehören unter anderem zu den Gewerken, die gerne aus dem Werkvertrag übe eine schlüsselfertige Erstellung herausgenommen werden. Der Häuslebauer sollte sich allerdings sicher sein, dass er im Familien- und Freundesverbund diese Arbeiten tatsächlich leisten kann; eine nachträgliche Vergabe der entsprechenden Gewerke würde die Kosten eher nach oben treiben. Nicht vernachlässigt werden darf auch der zeitliche Aufwand: Wenn zu hohe Eigenleistungen dazu führen, dass sich der Bezug des neuen Hauses um Monate verschiebt, können je nach Höhe der bis dahin zu zahlende Miete auch Eigenleistungen kontraproduktiv sein.

 

Quelle: hauskaufohneeigenkapital.net

Unsere Empfehlung:

Unser TIP an Sie als privater Hausbauer:

 

Wenn Sie fachlich in der Lage sind Eigenleistungen zu erbringen, Freunde oder auch Verwandte haben welche Ihnen helfen wollen, Sie über die dann notwendige Zeit verfügen, begrenzen Sie die Eigenleistungen auf nachfolgende Punkte:

 

Innenbereich

  1. Maler/Tapezierarbeiten (Innen)
  2. Bodenbelagsarbeiten
  3. Fliesenarbeiten
  4. Dachgeschossausbau (ohne Innendachfläche)

Außenbereich

  1. Begrünung/Bepflanzung
  2. ggfs.Zuwege (fachlich schwer)

 

Warum empfehlen wir oben genannte Leistungen und keine weiteren:

 

Andere Gewerke bedürfen fachlich hochgradiger Handwerkskunst. Für erbrachte Handwerkerleistungen erhalten Sie sog.Gewährleistungen (u.a. Beispiel nach der VOB/neueste Fassung von 2 Jahren  oder:  Bürgerliches Gesetzbuch von 5 Jahren).

Sollten während der Gewährleistung an Ihrem Haus Mängel entstehen welche durch unsere Leistung oder verwendete Baumaterialien (Beispiel: Material ermüdung oder Materialfehler) her rühren so sind wir verpflichtet diese(n) Mangel, nach Bekanntwerden (sog.unstreitiger Tatsache) vereinbarungsgemäß, und für Sie Kostenfrei zu beseitigen!

 

Diese Garantie schützt Sie und Ihren Geldbeutel vor unvorhersehbaren weiteren Kosten, Belastungen und ermöglicht es Ihnen sorgenfreier in die Zukunft zu blicken!

 

Das garantieren wir mit unserem Wert Siegel:


Contra

Eigenleistung lohnt sich kaum:

Quelle Bild: dpa!  Maurer bei der Arbeit. Oft ist es besser, Handwerker zu beschäftigen statt ein Haus in Eigenleistung hochzuziehen
Quelle Bild: dpa! Maurer bei der Arbeit. Oft ist es besser, Handwerker zu beschäftigen statt ein Haus in Eigenleistung hochzuziehen

Nach einem Bericht der Welt online vom 02.04.2009!

Geld sparen durch Eigenleistung am Bau. Das hört sich plausibel an und lässt so manchen Heimwerker zur Hochform auflaufen. Doch wer auf eigene Faust verputzt, malert oder Leitungen verlegt, kann sich schnell verzetteln. Am Ende kann die ganze Angelegenheit wesentlich teurer werden als gedacht.

 

Private Bauherren drehen meistens jeden Euro um. Reicht das Geld nicht, heißt es oft: "Da packen wir mit an." Das gilt in der Wirtschaftskrise und bei knauserigen Banken erst recht. Die geplanten Eigenleistungen tauchen im Finanzierungsplan dann als Eigenkapital auf. Als Wert wird der Betrag angesetzt, der sonst an einen Bauunternehmer fließen würde.

 

Fliesen und Fußboden verlegen, Tapezier- und Malerarbeiten, Trockenbauarbeiten, Außenanlagen herstellen - das sind die Klassiker auf der "Do it yourself"-Agenda. Mit guten Vorsätzen macht sich der Häuslebauer Mut, das neue Eigenheim trotz klammer Kasse per "Muskelhypothek" doch noch zu stemmen. Häufig gerinnen die guten Vorsätze aber zum Wunschdenken und die Eigenleistungen geraten zum Fiasko.

 

"Häuslebauer dürfen sich nicht überschätzen", warnt Bernhard Riedl vom Verband Privater Bauherren (VPB). "Wer selbst baut, der braucht Know-how und sehr viel Zeit." Wer sich übernimmt, riskiert Pfusch am Bau und Verzögerungen. Konsequenz: Ein Profi muss teuer nachbessern, die Bauzeit ufert aus, die Kosten der Zwischenfinanzierung steigen. Treten Mängel am Bau auf, entsteht oft Streit über die Ursache: War es die Eigenleistung oder die Arbeit des Profis? Bauunternehmer wälzen die Schuld gern auf den Do-it-yourself-Einsatz ab.

 

Wie viel spart die "Muskelhypothek" also tatsächlich? Der VPB macht eine Musterrechnung auf: Wer zum Beispiel in München ein Reihenhaus baut, mit drei Etagen einschließlich Keller und 140 Quadratmeter Wohnfläche, kann bei reinen Baukosten von 275.000 Euro höchstens 25.000 Euro einsparen. "Das klingt zunächst viel, aber der Preis ist hoch", warnt Bausachverständiger Riedl. "Um so viel Geld zu sparen, muss der Bauherr fast 850 Stunden auf der eigenen Baustelle schuften. Richtig gerechnet entspricht das der Arbeitszeit von einem halben Jahr." Und einem Stundenlohn von knapp 30 Euro. Das klingt verlockend, wenn die Alternative lautet, sich in einem Minijob für sieben Euro die Stunde zu verdingen, um fehlendes Kapital aufzutreiben.

 

Doch sind 850 Stunden nach Einschätzung des VPB in Eigenregie kaum zu schaffen. Riedl: "Wer kann schon so lange seinen Arbeitsplatz im Stich lassen?" Außerdem fehle Laien die Routine. Erfahrungsgemäß schafften sie höchstens zwei Drittel der Leistung eines Profis. Meist fehlt es außerdem am richtigen Werkzeug, das teuer beschafft werden muss. Ohne Mithilfe von Familie und Freunden ist der Eigenbau gar nicht zu bewältigen.

Und da liegt der nächste Fallstrick: die Unfallversicherung. Rund 400 Unfälle treffen laut Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft jährlich nicht gewerbsmäßige Helfer, darunter sind etliche Todesfälle. Alle Helfer müssen also per Bauhelferversicherung abgesichert werden. Im Schadensfall übernimmt die die Behandlungskosten und zahlt ab einer Erwerbsminderung von 20 Prozent eine lebenslange Rente. Der Bauherr muss der BG Bau sein Vorhaben melden. Bauherr und Ehepartner sind nicht mitversichert. Pro Helfer und Stunde kostet der Unfallschutz je nach Region 1,30 bis 1,72 Euro. "Eine Ausnahme ohne Versicherungspflicht gibt es nur bei kurzfristigen Gefälligkeitsleistungen zwischen Verwandten", so die BG Bau.

 

Nicht jede Arbeit eignet sich zum Selbermachen. Ohne bautechnische Kenntnisse können Bauherren beispielsweise ihren Garten anlegen. Das spart bei 30 bis 45 Stunden Aufwand gegenüber dem Fachbetrieb rund 1400 bis 2200 Euro. Auch selbst tapezieren und streichen lohnt sich. Ein Profi würde für 125 bis 190 Stunden Arbeit bis zu 7800 Euro berechnen. Doch Vorsicht: Schon an einer Galerie mit Luftraum scheitern Malerlaien regelmäßig. Nächste Versuchung: der Einbau der Fußbodenbeläge. "Dafür müssen realistische Heimwerker zwischen 40 und 90 Stunden veranschlagen", so der VPB. Ersparnis an Handwerkerlöhnen: 1700 bis 3900 Euro.

 

Auch beim Dachausbau werkelt der Bauherr gern selbst. Wer die Schrägen gut dämmt und verkleidet, spart mit rund 130 Stunden Arbeit 4100 bis 5300 Euro Lohn. Wer allerdings schlampt, bläst das Gesparte via Heizkosten sukzessive wieder durch die Ritzen raus und darf bald den Profi die Wärmebrücken teuer sanieren lassen. Um rund 1000 Euro drückt die Kosten, wer die Zimmertüren selbst einsetzt. Aufwand: etwa 20 Stunden.

Wer erst Nachhilfe braucht, bekommt die in Kursen, zum Beispiel bei der Kölner Do-it-yourself (DIY) Academy e.V., die quer durch die Republik Heimwerker-Workshops anbietet, darunter "Mauern und Verputzen" oder "Fliesen legen". Die Teilnahme an den eintägigen Kursen kostet 45 bis 119 Euro.


"Keine Frage", bilanziert Bernhard Riedl, "Eigenleistungen helfen Geld sparen. Aber sie kosten auch viel Zeit und müssen exakt in den Bauablauf integriert werden." Das gilt erst recht, wenn der Bauherr mit Bauträger oder Generalunternehmer baut. Dann sollte man klären, wer wofür haftet, wenn durch Eigenleistungen Schäden entstehen und es zu Verzögerungen kommt.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist auf ein weiteres Problem hin: Gerade bei Fertighäusern oder Produkten vom Bauträger werde die Leistung des Bauherren "häufig relativ gering angesetzt". Der Käufer hat dann meist eine schlechte Verhandlungsposition und verkauft seine Eigenleistung häufig unter Wert.

 

Quelle: Welt online